In ihrem Essay formulieren Deleuze und Guattari sechs verschiedene Charakteristiken die sie paarweise Gruppieren:

I + II · Konnexion und Heterogenität

Quote

„Jeder Punkt eines Rhizoms kann (und muss) mit jedem anderen verbunden werden.”

  • Keine Hierarchie und Ordnung
  • alle Elemente sind heterogen -> ungleichartig
  • Gegensätzlich zum Baummodell bei dem eine Ordnung und Hierarchie festgelegt ist

III · Mannigfaltigkeit (Multiplizität)

Quote

„Es gibt keine Einheit, die dem Objekt als Pfahlwurzel dient oder sich im Subjekt teilt.”

  • Das Rhizom kennt keine Einheit, kein Subjekt, kein Objekt - nur “Vielheiten”
  • Es gibt keinen Ursprung oder Zentrum dem alles zugrunde liegt
  • Die Identität ergibt sich durch Beziehungen und Verknüpfungen, also der Mannigfaltigkeit

IV · Asignifikanter Bruch

Quote

„Ein Rhizom kann an jeder Stelle unterbrochen oder zerrissen werden, es setzt sich an seinen eigenen oder an anderen Linien weiter fort.”

  • Ein Bruch hat nur lokale Auswirkungen
  • Es entstehen neue Verbindungen und Entwicklungslinien
  • Im Gegensatz zum Baummodell gibt es kein Zentrum das zerstört werden könnte

V + VI · Kartographie und Abziehbild

Quote

„[…] Ganz anders das Rhizom, das eine Karte und keine Kopie ist.”

  • Eine Karte ist offen, veränderbar und hat multiple Eingänge
  • Eine Kopie reproduziert nur -> alles baut auf ein Original auf
  • Abziehbilder basieren auf einem vorhandenen, einer festen Struktur -> Ordnung nach vorgegebenem Muster
  • Kopien reproduzieren Karten produzieren

“Es ist vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften des Rhizoms, immer vielfältige Zugangsmöglichkeiten zu bieten.”